Die Grundidee, die die drei thematisch geprägten Räume des zweiten Bauabschnittes der Ägyptischen Dauerausstellung im Roemer-und Pelizaeus-Museum Hildesheim gestalterisch verbindet, besteht im durchgehenden Bezug auf den für die ägyptische Kultur wesentlichen Nil. Die Ausstellungsbereiche, in denen Religion, Handel und Handwerk sowie das Alltagsleben dargestellt werden, zitieren dem jeweiligen Inhalt angemessene architektonische Kontexte. Die Ausstellungsarchitektur und deren Farbgebung lässt den Besucher atmosphärisch in die Themenbereiche eindringen und ein lebendiges Bild vom antiken »Leben am Nil« erfahren.
Der erste, den religiösen Vorstellungen der Ägypter gewidmete Bereich nimmt Elemente einer fiktiven Tempelstruktur auf.
Hinter einer monumentalen Widderstatue öffnet sich ein tiefrotes Raumkompartiment und bietet so einen Durchblick in spätere Epochen der ägyptischen Religionsgeschichte: u.a. das frühe koptischen Christentum.
Auch der Raum, der »Handel und Handwerk« darstellt, folgt diesem architektonisch inspirierten Grundkonzept. Farbenfrohe Markt-Buden formen eine stilisierte orientalische Basar-Straße, in der die Besucher die Exponate der einzelnen Handelsbereiche und Werkstätten entdecken können. Die Schwerpunktthemen werden durch überdimensionierte Wandgrafiken altägyptischer Darstellungen angezeigt: Ein Schiff steht für den Bereich des Warenaustausches, eine Szene aus einer Bildhauerwerkstatt für die Welt des Handwerks.
Das »Zu Hause« des Alten Ägypten steht im Mittelpunkt des dritten Raums, der Objekte aus »Haus und Hof« in die zitierte Grundstruktur eines Wohnhauses aus der Amarna-Zeit stellt.
Das Gestaltungskonzept, das historische Kontexte nicht imitiert, sondern auf die Grundstrukturen reduziert, führt den Besucher auf eine Zeitreise durch die Welt des »alltäglichen« Ägyptens und bietet gleichzeitig den Hintergrund für einen wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung in der Thematik.
Leitende Direktorin: Dr. Katja Lembke
Wissenschaftlicher Kurator: Dr. Martin von Falck